Mit dem Fahrrad vom Schwarzwald zum Gelben Meer
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Posts from — May 2008

Tag 66 (Tuerkei): Ankara

Tagesstrecke: 0km
Gesamtstrecke: immer noch 5005km
Fahrzeit: 0h

In Anbetracht der Tatsache, dass der Tat wieder langsam begonnen hat … da ich gerade von langsam spreche, einfach mal genauer auf das Bild schauen oder fuer eine groessere Version draufklicken.

Langsamer Start wie gesagt. Weil nicht viel los war ist dies eine gute Gelegenheit ein paar Dankeschoen fuer Kommentare, Nachrichten und anderes Feedback loszuwerden. Der Blog hat mittlerweile eine ahnsehnlich Schar von Lesern und jegliche Nachrichen (per email, der Kommentarfunktion oder auf jeglichem anderen Wegen) sind immer sehr willkommen. Ein Leser fuehrt sich die die neuen Eintraege in seinen Arbeitspausen beim Pool in Spanien zu Gemuete, andere lesen sie waehrend sie beim Arzt warten, andere wollen am Abend die ganzen Sachen nicht lesen, finden aber die Bilder hier und auf der flickr Seite schoen. Wieder andere waren von den vielen Nachrichten am Anfang frustriert, warten jetzt aber ungeduldig auf Neuigkeiten. Andere (z.B. der und die) sind selbst auf Tour und machen manchmal ganz aehnliche Erfahrungen. Danke fuer das ganze Feedback - Fragen und Kommentare sind wie gesagt immer willkommen.

Es gibt zwei Menschen, die mir eine besondere und gleichzeitig herausfordernde Nachricht geschrieben haben. Der Hochzeitstag von M & M naehert sich und anstatt am Abend in ein teures Restaurant zu gehen, wollen die beiden jeden an diesem Tag gefahrenen km mit einem Euro zu Gunsten der Spendenaktion sponsern. Vielen Dank fuer diese sehr schoene Idee, werde mich anstrengen.

Wir fuhren den Tag ueber bei verschiedenen Verwandten vorbei, um Hochzeits-DVDs vorbei zu bringen. Ausserdem kamen wir am Brotland vorbei (siehe Bild) und beendeten den Tag mit Schoko-Bananenkuchen.

May 30, 2008   No Comments

Tag 65 (Tuerkei): Ankara

Tagesstrecke: 0km
Gesamtstrecke: immer noch das Gleiche (5005km)
Fahrzeit: 0h

Nochmal ein spaeter Start in den Tag. Ich schlafe einfach relativ viel derzeit. Wie heute … ich habe erst mal 9 Stunden in der Nacht geschlafen und am Nachmittag noch mal 4 Stunden. Ich schlafe normalerweise nie nachmittags. Aber mein Koeper scheint mir gerade irgendwas mitzuteilen und das bekommt er nun einfach auch.

Bevor es mich am Nachmittag langgelegt hat, wollte ich an der US-Botschaft mehr Informationen fuer mein Visum einholen. Es ging vor allem um Zeitfragen, die dann meine Visumsantraege fuer zentralasiatische Laender betreffen. Wird schon irgendwie hinhauen. Bis ich allerdings mit jemandem sprechen konnte, dauerte es ein wenig. Haluk fuhr mich zur Botschaft, ich hatte mich so gut wie moeglich vorbereitet. Eigentlich gibt es nur telefonisch vorher abgemachte Termine, aber es gibt irgendwie auch immer Ausnahmen zu irgendwelchen Regeln. Erstes Tor, ich werde zurueckgewiesen. Internet oder Telefon, sonst gebe es keine Moeglichkeit. Ueberhaupt keine. Also, naechste Strategie: “Kann ich mit dem Vorgesetzten sprechen?” Zum naechsten Tor. Dort treffe ich auf den Chef der tuerkischen Sicherheitsmannschaft namens Murat. Ich erklaere, warum ich aus dem Rahmen falle. Fange mit der Fahrradtour an - “Du bist verrueckt! Ich war selbst frueher Radfahrer, aber das ist ja Wahnsinn!” Er erwaehnt, dass ich keinen Konsularbeamten sprechen kann. Die Regeln haetten sich geaendert, es gebe keine Ausnahme. Ich versuche es mit dem Juristenargument: “Keine Regel ohne Ausnahme, etc., pp.” Er klemmt sich ans Telefon und meint, dass er es versuchen will. Wenn die Person nein sage, dann koenne er nichts machen. Aber ich merke, dass er sich fuer mich auf tuerkisch stark macht. So weit reicht das bisschen tuerkisch, das ich aufgeschnappt habe, bei mir dann noch und die Fahrradverbindung scheint zu wirken. Er meint dann, ich solle zurueck zum ersten Tor, man werde mich vorlassen.

Ich bekomme die Antworten, die ich brauche. Es sollte eigentlich klappen. Es gibt Notfalltermine in den Botschaften, die fuer mich eine Option seien. Auch die Erteilung sei in jedem Land moeglich, wenn die Dokumente alle da sind. Ausserdem koenne es schnell gehen und ich muesse nicht unbedingt meinen Reisepass vor Ort belassen (was auch schlecht geht in ehemals sowjetisch regierten Laendern, den Pass nicht vorzeigen zu koennen verursacht nur Schwierigkeiten).

Haluk musste noch einige Besorgungen machen und ich merke, dass ich von Penirbasi nach Ankara eine Art Zeitreise gemacht habe. Spaetestens als ich einen der unzaehligen Konsumtempel in und um Ankara betrete, die sich nicht von denen in den USA oder Westeuropa unterscheiden.

May 29, 2008   No Comments

Tag 64 (Tuerkei): Ankara

Tagesstrecke: 0km
Gesamtstrecke: 5005km
Fahrzeit: 0h

Ich schlief. Schlief wie ein Stein. Ich brauche den Schlaf auch. Ich merke das immer mehr. Es scheint, dass sich eine Welle von aufgestauter Muedigkeit gerade ueberm ich ergiesst. Ich denke, dass ich vielleicht auch deswegen wenig Pausen mache, weil ich am 2. Tag dann immer sehr muede werde. Das ist insgesamt kontraproduktiv und daher sollte ich haeufiger Pausen machen. Werde ich in Zukunft auch.

Die Felge ist unterwegs und sollte Ende dieser oder Anfang naechster Woche hier eintreffen. In der Zwischenzeit zeigte mir Haluk die Atatuerk Gedenkstaette. Witzig Orte, diese Mausoleen/Museen.

Wie fast ueberall gibt es auch Sarkophage … dieser hier ist leer. Der Leichnam ist 20m tiefer untergebracht. Ausserdem gibt es viel Sicherheitsleute. Ich kann mit nationaler Symbolik dieser Art nur wenig anfangen  und finde sie in vielerlei Hinsicht in der Tag komisch. Ich will niemandem auf die Fuesse treten, aber oftmals frage ich mich, ob und warum wir diese Art von Orten zum Aufbau oder Erhalt eines irgendwie gearteten Nationalgefuehls zu brauchen scheinen. Ich kann dem wie gesagt nicht viel abgewinnen und diese Einstellung hat sich durch diese Reise wenn ueberhaupt nur noch gesteigert. Bedenkt man, dass das gesamte Projekt - Grenzenlos Radeln - ein Ausdruck dieser Einstellung ist, dann ist das vielleicht verstaendlich.

Aber genug dieser nachdenklichen Worte … hier bin ich nun vor dem Sarg von Atatuerk.

Der Rest des Tages war dann eher ruhig. Wir gingen zurueck und ich schaute mir das Rad noch einmal genauer an. Ausserdem habe ich damit begonnen, die administativen Huerden fuer meine Arbeitsvisum in den USA anzugehen. Das wird ein ziemlicher Aufwand werden und daher will ich mal so langsam damit anfangen. Im Idealfall brauche ich dafuer nicht nach Deutschland fliegen, sondern kann das unterwegs erledigen. Sollte eigentlich machbar sein. Positiv denken! Daumen druecken!

May 28, 2008   No Comments

Tag 63 (Tuerkei): Kayseri - Ankara (per Bus)

Tagesstrecke: 9km
Gesamtstrecke: 5005km
Fahrzeit: less than 1h

Murat und ich fruehstueckten und verabschiedeten und dieses Mal persoenlich anstatt Notizen auszutauschen. Ich rollte die paar km bis zum Busterminal, stellte mein Fahrrad am Eingang ab, wurde von einem Sicherheitsmenschen erst boese angeschaut, dann aufgefordert den Fahrradstaender zu benutzen, bekam dann ein OK, als ich meinte ich wolle nur ein Ticket kaufen. Ich stieg kurz darauf in den Bus und nach vielen Bergen, einer Pause und fuenf Stunden war ich in Ankara.

Haluk begruesste mich in seiner froehlichen Art und wir quetschten alles in seinen quietschgelben Corsa und fuhren in das Apartment von Guler und Haluk. Es war gut zu wissen, dass ich hier so lange bleiben kann, bis die neue Felge eingetroffen ist. Vielen Dank!!!!

Heute gibt es kein einziges Bild, ist wohl der allererste Tag. Bald gibt es wieder welche, versprochen.

May 27, 2008   No Comments

Tag 62 (Turkey): Kayseri - Pinarbasi (”Du faehrst nach Ankara”)

Tagesstrecke: 110km
Gesamtstrecke: 4996km
Fahrzeit: 6-7h

Schon wieder eine schlechte Nacht … das Essen von gestern hat voll reingeschlagen. Zu viel Fett, was ich nicht realisiert hatte und zu scharf. Das war fuer den Tag kein gutes Zeichen und zudem hatte ich auch noch wegen der halb wachen Nacht verschlafen und konnte mich so nicht von Murat verabschieden. So ging ich alleine aus seiner Wohnung (”zieh einfach die Tuer hinter Dir zu, vergiss halt nichts”), vergass auch nichts und machte mich auf den Weg. Nahrung: Bananen (lecker), Wasser und Cola. Lange Stadtverkehr und dann erst mal ca. 12-14km den Berg hoch. Meistens rollte das Terrain bergauf. Das Wetter war grau, die Landschaft ebenso. So schien es mir zumindestens.

Vielleicht kann ich hier mal auf eine Frage antworten, die mir von einigen gestellt worden ist. Es ging darum, was ich mir den Tag ueber fuer Gedanken mache, was mir durch den Kopf geht - auch in solchen Situationen. Es ist manchmal ein wenig seltsam. Es gibt viele Dinge, welche die Stimmung beeinflussen, koerperliche Verfassung, das Wetter, Verkehr, usw. Heute wurde ich einfach nur stoisch. Eine Pedalumdrehung nach der anderen. Man nimmt, was man kriegt. Es geht halt den Berg hoch, also fahre ich hoch, mache mir nicht viele Gedanken. Negativ daran ist, dass man die Umgebung nicht mehr so umfassend wahrnimmt, sondern sie hinter einem gewissen Schleier verschwindet. Scheuklappenradfahren ist vielleicht eine treffende Beschreibung. Bei allem positiven, was ich bisher geschrieben habe sollte man nicht vergessen, dass es auch Momente gibt, wo man die Kamera nicht rausholt und die Pixel fuellt oder einige Zeilen dazu schreibt. Das ist vielleicht in den letzten Tagen nicht selten so gewesen. Daher kommt die auferlegte Pause (dazu gleich mehr) auch ganz gelegen. Patrick meinte ja, dass schon Hesse sagte, dass man ab und an mal stehen bleiben solle, damit der Geist den Koerper wieder einholen kann.

Ich war kurz vor Pinarbasi, konnte den Ort schon sehen, als ich merkte, dass was am Hinterrad nicht stimmte. Ich fummelte an der Bremse rum, es schien wieder in Ordnung zu sein. Die Strasse uneben merkte ich nichts, bis das klackern am Hinterrad auch auf ebener Strecke wieder zu spueren war. Ich schaute genauer hin, konnte nichts sehen. Ich nahme die Taschen ab und dann das …

Kurzer Seufzer … die Felge war gerissen. Sieht man wohl recht gut auf dem Bild. Ein Weiterfahren war so nicht mehr moeglich. Die Bremse waere schnell weg gewesen. Ich akzeptierte die Situation recht schnell, rollte den Huegel runter, den naechsten hoch und nahm mein Handy raus und rief bei Speedzone an, um rauszubekommen, ob sie fuer mich ein neues Rad bauen koennten. In Ankara oder Istanbul herumzurennen hatte ich keine Lust und als ich in Istanbul war, hatte ich nichts gesehen, was ich wirklich wollte. Dirk meinte dann, dass es in zwei Tagen unterwegs sei. Ein ganz grosses Dankeschoen … zur Zeit ist mit Sicherheit viel los und zudem noch die Verletzung nach dem Sturz von Dirk … in der Situation ist das nicht selbstverstaendlich. Woran es liegt kann ich nicht sagen. Vermute Materialfehler. Gewicht ist OK, Reifendruck auch, daran kann es also nicht liegen.

3km spaeter war ich in Pinarbasi, rief Murat an, fragte, ob ich bei ihm uebernachten koenne. Ich nahm dann den naechsten Bus nach Kayseri zurueck und bastelte dann an dem Plan, den ich umsetzen wollte. Es wuerde mehrere Tage dauern und Kayseri ist keine besonders attraktive Stadt. Um die Felge schnell in die Hand zu bekommen, wollte ich nach Ankara und Gokces Eltern anrufen.

Im Bus sah die Welt schon wieder anders aus. Die Sonne schien, die Strahlen liessen die Gegend, die am Tag noch so grau ausgesehen hatte, glaenzend und hell erscheinen. Die Wolken um den Erciyes waren verschwunden, die Sicht toll.

Bei Murat angekommen werde ich von vielen Nachbarn belagert. In meiner Situation wollte ich einfach nur in Ruhe gelassen werden. Das dauerte eine halbe Stunde. Dann kam irgendwann Murat nach hause und der Plan nach Ankara zu fahren wurde in die Tat umgesetzt. Am Morgen sollte es losgehen, Haluk wuerde mich am Bahnhof abholen. Danke an Murat fuer die schnelle Hilfe und Bereitschaft mich noch einmal einen Tag unterzubringen. Das Gleiche gilt natuerlich fuer Haluk und Guler in Ankara.

Ausserdem sollte ich wohl noch mal nach Altinekin zurueck und ihm sagen, dass ich nach Ankara gekommen bin - trotz meiner Weigerung damals.

May 26, 2008   No Comments

Tag 61 (Türkei): Göreme - Kayseri

Tagesstrecke: 85km
Gesamtstrecke: 4886km
Fahrzeit: 3-4h

Eigentlich sollten es 90km bis nach Kayseri sein, aber es waren nur 70km, nicht schlecht. Ein kurzer Tag. Es ging ueber Huegel und ueber eine breite autobahnartige Strasse mit wenig Verkehr nach Kayseri. Es passiert daher auch nichts waehrend der Fahrt. Ich versuche daher immer schnell von diesen Strassen wegzukommen, aber eine Alternative schien es nicht wirklich zu geben.

Kayseri ist gross und sehr, sehr langgezogen. Mein Reisefuehrer sagt, es leben 600,000 Menschen dort, das Schild am Eingang (schon ein wenig mitgenommen) 800,000. Es sind ueber eine Million. Ich war viel frueher dort als ich geplant hatte und Murag, meinem couchsurfing Gastgeber gesagt hatte.

Daher ging ich ins Zentrum, um ein paar Dinge zu erledigen. Kayseri wurde mir immer wieder als die letzte Stadt beschrieben, in der ich das, was ich brauche, bekommen koennte. Ich brauchte ein Ladegeraet fuer meine Spiegelreflex. Das alte war nicht mehr in Ordnung und jedenfalls fuer mich nicht reparabel. Es war einen Versuch wert.

Im Geschaeft #1 sprach man franzoesisch, zeigte mir stolz ein Nikon Ladegeraet und meinte, es gebe sonst kein Geschaeft in der Stadt. Sicher? Klar, wir sind die einzigen. Ich brauche aber ein Canon Ladegeraet. Musst Du nach Istanbul! Nee, das mache ich nicht, danke!

Gegenueber, hinter der Bushaltestelle gibt es den naechsten Laden. Die sprechen super englisch, sind sehr freundlich und haben eine Ersatzbatterie. Die brauche ich erst mal nicht, sondern ein Ladegeraet. Koennten Sie morgen besorgen, aber keines von Canon. Kommt vielleicht als Ersatz in Frage, mal sehen. Sie meinen, es gebe aber einen Haufen Geschaefte hinter dem Hilton. Also, nichts wie hin. Ich tingele von Geschaeft zu Geschaeft, werde manchmal ziemlich rau abgewiesen, habe keine Lust mehr. Der letzte Laden, voll mit CD-Spielern, ich will nicht wirklich rein. Ich frage, die Frau kramt in einem Haufen rum und zieht einen Canon-Ladegeraet hervor. Original!!!! Super!!! Ich bin gerettet. Der Tag ist gerettet. Ich kann meine Batterien wieder aufladen und Bilder machen.

Ich rufe Murat an und treffe mich mit ihm am Busbahnhof (wieder 8km zurueck). Ich hatte mir kurz ueberlegt weiterzufahren, weil es erst 14.00 Uhr war. Ich entschied mich dann dagegen. Wir packten die Sachen in Murats Auto, ich mit dem Rad hinterher und verbringen einen ruhigen Nachmittag bei ihm zu hause. Er ist Software-Entwickler in einer Metallfabrik, ruft gleich ein paar Leute an, um rauszubekommen, wo man Alu schweissen lassen kann und nennt mir fuer morgen ein paar Adressen.

Am Abend treffen wir Freunde von Murat, es wird gekocht und es sind auch zwei Tuerken da, die mit dem Motorrad von Holland nach Kayseri gefahren sind. Sie sprechen ausgezeichnet deutsch, es wird ein schoener Abend. Auf dem Weg dorthin gibt es mal wieder das zu sehen - das Maedchen hatte gerade vorher noch in die Kamera gesehen.

May 25, 2008   No Comments

Tag 60 (Türkei): wandern in der Gegend von Göreme II

Tagesstrecke: 0km
Gesamtstrecke: 4801km
Fahrzeit: 0h

Ich ging heute wandern und es war einfach super. Die Aussichten waren herrlich und die Landschaft atemberaubend.

Ich traf einen Russen, der krebsrot von der Sonne war und kein Wasser mehr hatte. Mit letzterem konnte ich ihm noch helfen. Ich traf außerdem noch ein britisches Paar, mit dem ich dann den Weg nach Göreme zurücklief. Nette Begegnung.

Den Rest des Tages tat ich so gut wie nichts. Ich gab meinem Körper die Ruhe, die er braucht. Am Abend traf ich noch auf Jeannie & Wei Ting aus Indonesien und Singapur, die genauso wie ich auf der Suche nach etwas zu essen waren. Wir fanden schließlich was …

May 24, 2008   No Comments

Tag 59 (Türkei): wandern in der Gegend von Göreme

Tagesstrecke: 0km
Gesamtstrecke: 4801km
Fahrzeit: 0h

Ich wachte wirklich spät auf, hatte wie ein Stein geschlafen und brach nur spät auf. War auch nicht schlimm, bis auf die Hitze, die sich über die Gegend legte. Aber gut aushaltbar. Es bedeutete auch, sich das Freilichtmuseum von Göreme mit vielen Tourgruppen zu teilen.

Das war weniger dramatisch, sondern z.T. recht lustig anzusehen, wie die Leute in und aus den Höhlen gescheucht wurden.

Ich wollte ein wenig wandern, aber beschloss das auf den folgenden Tag zu verschieben. Es ging mir immer noch nicht 100%, also fuhr ich per Bus und Anhalter durch die Gegend und schaute mich um.

Hier sind ein paar Bilder aus dem Devrent Tal und aus Pasabagi.

Dann kam das Highlight des Tages. In einem Internetcafe traf ich auf Bernd, der hier seit sieben Jahren wohnt und verfallene Kirchen auf seiner Seite dokumentiert (www.berndputz.de). Er war bereit, mir einige der in Göreme ansässigen Kirchen zu zeigen. Wir gingen eine Gasse hoch, verschwanden in einem Loch und standen in einer Kirche. Zwischendurch auch als Stall und für vieles andere benutzt, war sie doch klar als Kirche erkennbar. Ringsherum stehen Häuser und die Kirche mittendrin in einem Felsen.

Bernd zeigte mir neue Perspektiven, was an sich schon toll war. Wir gingen dann in eine aus dem Stein gehauene Basilika, die einfach toll war. Ich hatte keine Kamera dabei, aber es war umwerfend. Die Kamera hätte auch nicht viel gebracht, was das Ganze besonders machte, waren die vielschichtigen Erklärungen, die Bernd beisteuerte. Vielen Dank dafür. Wie aßen ncoh einen Happen und unterhielten uns noch einige Stunden, bis es irgendwann zu spät für mich war.

May 23, 2008   No Comments

Tag 58 (Türkei): Yaprakhisar - Göreme

Tagesstrecke: 97km
Gesamtstrecke: 4801km
Fahrzeit: 5-6 h

Ich wachte elend (und) oft auf, mit dem beklemmenden Gefühl, dass mein Magen nicht in Ordnung war. War er auch nicht. Krämpfe und das Gefühl, dass der Magen durch die Decke geht. Tut er nicht, aber das Gefühl kennt wohl jeder … Von da ab ging es bergab …

Ich konnte am Morgen nichts essen. Viel wäre eh nicht unten geblieben. Ich überlegte mir in meinem Hostel zu bleiben, aber das wollte ich nicht. Vielleicht hätte ich das machen sollen. Die Temperatur war hoch, als ich endlich loskam. Ich fühlte mich müde und schlapp, einfach nur schwach. Ich wollte bis nach Güzelyurt und dann dort bleiben, 20km weiter. Daraus wurde nichts. In Ihlara ging es den Berg hoch, für mich am Ende nur noch im Zickzack, um die Steigung zu mildern. Keine Autos, daher war das auch kein Problem. Und irgendwann wurde das Ganze eine Frage des Kopfes. Du trittst einfach, eine Umdrehung nach der anderen. Findest einen Rhythmus, stauchst die große Strecke auf kleine Einheiten zusammen. Versuchst an nichts oder was anderes zu denken. Ersteres ist für mich besser. Bis Güzelyurt klappte das auch super. Eigentlich wollte ich da auch hin, aber ich hatte keine Lust auf nichts. Also fuhr ich einfach weiter. Kaufte mir eine Cola für den Zucker und machte langsam, aber stetig km. Einige Male ging es den Berg hoch - unangenehm, meist auch in den Wind hinein … bis ich Derinküyü errreichte. Die Temperaturen waren nun viel höher als die Tage zuvor, der Teer wurde gummiartig an einigen Stellen (nichts im Vergleich zu Rob auf www.14degrees.org, der gerade mit dem Skateboard durch China fährt). Kurz bevor ich ankam, wurden meine Beine unendlich schwer, Müdigkeit, Erschöpfung und irgendwas darüber hinaus. Ich war selten in einem solchen Zustand (selbst Schuld, ich weiß). Üble Nacht, Magen nicht in Ordnung und dann noch Gegenwind. Der Schmerz war da, aber irgendwie wurde er auch überdeckt. Witzig, was der Körper sich so manchmal einfallen läßt.

Ich ging in einen Markt, kaufte mir Cola und Salzstangen. Ich war ziemlich fertig zu diesem Zeitpunkt, war wohl auch sehr verschwitzt, sah nicht gut aus und der Verkäufer ließ mich dies auch wissen. Als ich vor dem Laden saß, einige kleine Schlucke trinkend und die Salzstangen futternd, redete er mit einem alten Mann über mich. Sie fragten sich irgendwann, wo ich herkomme. Ich meinte Deutschland, ohne mich umzudrehen. Ich konnte sie in einem Fenster auf der anderen Straßenseite gut sehen, sie schauten recht verdutzt. Dann ein wenig verärgert, weil ich sie verstanden hatte. Sie redeten einfach über mich weiter. Merkwürdige Situation im ganzen Dorf, vielleicht lag es auch an mir. Kurze Zeit später machte ich mich auf und davon, eine Höhlenstadt 10km weiter anschauen und damit auch 10km näher am Ziel. Ich konnte schneller fahren, es ging mir besser. Von sehr weit unten bis nur noch unten. Der Wind kam von hinten, das half.

In Kaymakli besuchte ich die unterirdische Stadt, eine ziemlich erstaunliche - tatsächliche unterirdische Stadt. Wie die Leute dort wohnen konnten, kann ich mir nicht vorstellen. Bis zu 60m tief unter der Erde … viele Bilder gibt es von heute nicht, mir war nicht danach.

 


Nach 12km kam ich in ein Dorf, wurde zum Tee eingeladen, nahm dankend an. Es tauchte einer auf, der deutsch sprach, bezeichnete den Wortführer häufiger als Dummkopf. Er war aber supernett, hatte am Borsigplatz in Dortmund gearbeitet und war darauf mächtig stolz. Ich kam dann nach Uchisar, wo sich ein geniales Panorama vor mir ausbreitete. Großartig. Man fährt über den Hügel und sieht die Weite …

Das Gefühl bei der Ankunft in Göreme war super. Die Aussicht war klasse, aber ich fühlte mich erleichtert es hierher geschafft zu haben und wollte ein paar Tage bleiben. Hoffentlich geht es morgen dann auch schon mal besser.

May 22, 2008   No Comments

Tag 57 (Türkei): kurz hinter Dogantarla - Yaprakhisar

Tagesstrecke: 11km
Gesamtstrecke: 4704km
Fahrzeit: weniger als eine Stunde

Die Fahrt nach Selime sollte nicht lange dauern, sie war noch viel kürzer, als ich dachte. Nach weniger als 20 Minuten war ich in Selime und wollte dort übernachten. Gute Idee im Rückblick. Ich suche nach einer Unterkunft, wollte das Rad unterstellen, Batterien aufladen usw. Die erste war zu, die zweite oben auf dem Berg. Keine andere Wahl …

Ich brach kurz danach wieder auf und anstatt wieder zurück nach Selime ging ich nach Ihlara und lief im Tal wieder zurück. Das Tal ist einfach großartig, viele alte, in den Stein gehauene Kirchen. Die Fresken sind z.T. noch gut erhalten. Fragt man sich immer wieder, warum der Mensch das macht …

Was das Ganze noch besser machte, war die geringe Zahl an Touris. Es war immerhin Mittwoch, die Gruppen waren recht klein und am Nachmittag traf ich auf der Wanderung außer einem Hirten keinen Menschen. Die gab es noch …

Mein Problem war mein Magen. Fühlte sich schwach an und machte das Laufen nicht gerade einfach. Hätte mich auch gerne noch mehr umgesehen.

Auf jeden Fall war es die Wanderung wert … mehr aus Kappadokien in den nächsten Tagen.

May 21, 2008   No Comments